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Swissmotor Technik Verrückt: Aus schwarz wird silberweiss!
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BPZ / Sogenannte „Katzenaugen“ und reflektierende Folien existieren bereits seine halbe Ewigkeit. Rot an Fahrzeugen signalisiert das hintere Ende, gelb die Seite, weiss die Front (ausser bei Polizei- und Rettungsfahrzeugen). Auch an Strassenmarkierpfählen, Signalisationen und dergleichen haben solche Folien längst Einzug gehalten. Länger bekannt sind die silbern hinterlegten „Katzenaugen“. Bei modernen Autos sorgt allein der Prismenschliff im Acrylglas für ein Aufleuchten, sobald Fremdlicht in einem bestimmten Winkel darauf trifft. Relativ neu dagegen sind Tageslicht-Leuchtfolien, wie sie beispielsweise bei Polizei und Rettungsfahrzeugen vorkommen, wobei die Farbe rot nach wie vor ein Sorgenkind der Hersteller ist, weil aus dem wundervollen Leuchtrot ziemlich rasch ein verwaschenes, unansehnliches orange wird. Rot – ein SorgenkindRot war und ist leider noch immer nicht Ultraviolett-Resistent. Auch lässt der Tageslicht-Leuchteffekt rasch nach. Rot besitzt die leidige Eigenschaft, schnell zu verwittern und „auszukreiden“. Versuche, dieser Verwitterung Einhalt zu gebieten, finden seit unzähligen Jahren statt. Die derzeit praktikabelste Lösung besteht in diversen Schichten von Deck-Klarlacken mit UV-Blockern (Autolackierungen). Das funktioniert auch bei Folien, hat aber den Nachteil, dass die Folien dadurch dicker werden, was wiederum Probleme beim Bekleben von Karosserien aufwirft. Steife Folien passen sich trotz aller Kunstgriffe nur widerspenstig Kanten und runden Karosserieformen an. Aber all diese Folien oder reflektierenden Rücklichter leuchten nur in der Farbe, welche sie ohnehin schon haben. Aber wie zum Kuckuck kann aus der Farbe schwarz plötzlich hell leuchtendes silberweiss werden? Falsche BezeichnungZuallererst müssen wir einen falschen Begriff berichtigen: „Reflektierend“ ist eine zwar allgemein gebräuchliche, jedoch unrichtige Bezeichnung. Reflektierend sind nur Spiegel (oder Wasseroberflächen). Wir sprechen hier jedoch von einer Retro-Reflektion. All diese Folien oder Acrylgläser sind retro-reflektierend. Sie leuchten erst dann auf, wenn Licht darauf trifft. Soviel allgemein. Licht ist, wenn nicht farbig, immer weiss. Tiefschwarz ist jedoch die einzig vorkommende Farbe, die jegliches Licht „auffrisst“. Somit ist die Frage noch immer nicht beantwortet, warum aus der schwarzen Aufschrift „Polizei“ auf Patrouillenfahrzeugen plötzlich eine silberhell leuchtende Aufschrift entsteht. Ideen muss man habenWeltweit bekannte Folienhersteller wie 3M (Scotchlite ®) kamen vor einiger
Zeit auf die verrückte Idee, Glas oder Acrylperlen in eine Zwischenschicht unter
die schwarze Deckfarbe zu applizieren. Zusätzlich befindet sich direkt unter den
Glaskügelchen eine silberne Reflektionsschicht. Man könnte nun davon ausgehen,
dass das eingestrahlte Licht nach wie vor von der dominierenden schwarzen
Deckfarbe geschluckt würde. Dem wäre auch so, wenn die „Folienkünstler“ nicht
gleichzeitig eine mikroskopisch poröse Deckfarbe schwarz entwickelt hätten. Wenn der Effekt zu wirksam wirdEs existiert noch eine weitere Art von Retro-Reflektionsfolien. Diese Art ist
mehrheitlich Signalisationen vorbehalten und enthält als Zwischenschicht keine
Glaskügelchen, sondern Prismen. Diese Prismen erlauben einen relativ weiten
Einstrahlungswinkel, weil der Retro-Effekt nicht durch einfallendes Licht im
+-90°- Bereich beschränkt ist. So reagieren beispielweise sogenannte
Überkopf-Signalisationen auch auf Abblendlicht von Autos und Motorrädern. Durch
verschiedene Arten von Prismen kann der Einstrahlungsbereich sogar variiert
werden. Vorsicht bei privaten Anwendern!Retroreflektierende Folien werden neu auch als Werbeträger auf Heck-Lastwagenplanen verwendet – aber da haben die Zulassungsbehörden ein gewichtiges Wörtchen mitzureden. Der Retro-Effekt darf keinesfalls für die übrigen Verkehrsteilnehmer irritierend sein, und schon gar nicht die Leuchtkraft von Heck und Seitenmarkierungen überstrahlen. Um phantasievolle „Autoverschönerer“ von der Idee abzubringen, Front- oder Heckspoiler, Seitenflanken oder etwelche grossen Zahlen auf dem Autodach mit besagter (schwarzer) Retro-Folie zu bekleben, sei hier noch angemerkt, dass dies strikt verboten ist. Nachleuchtende FolienInzwischen existiert bezüglich „aktiven“ Folien noch eine Neuheit. Sie nennt
sich „Nachleucht-Folie“ Nicht „Nacht“, obwohl die Bezeichnung zutreffen würde,
denn sie ist genau dafür entwickelt worden. Diese Folienart, deren genaue
Zusammensetzung wir trotz aller Mühe nicht ausfindig machen konnten, besitzt die
Eigenschaft, bei plötzlicher Dunkelheit eine bestimmte Zeit nachzuleuchten. Um
sie aufzuladen, benötigt sie entweder elektrischen Strom noch Sonnenlicht. Eine
normale Tunnelbeleuchtung reicht beispielsweise völlig aus, um die Folie zu
aktivieren.
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Bilder: Marty-Systemtechnik AG, Neuhausen am Rheinfall / BMW Schweiz / Baumeister & Trabandt GmbH DE / Skoda Schweiz / Ruedi Baumann |
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