Achtung Gefahr!
Frostschutzmittel dürfen keinesfalls gemischt werden!

BPZ / 05.11.06 / Wird bei einem Kühlmittelwechsel ein „Fremdprodukt“ verwendet, kann es zu Motorschäden kommen. Auch vom Mischen verschiedener Kühlmittel warnt der Chemiekonzern BASF eindringlich.

Frostschutzmittel schützen den Motor nicht nur im Sommer wirksam vor Überhitzung und im Winter vor Frost, sondern das ganze Jahr über vor Korrosion. Wird ein nicht zugelassenes Mittel verwendet oder mit einem zugelassenen Produkt gemischt, können die metallischen Komponenten des Kühlsystems – Kühler, Wasserpumpe, Kurbelgehäuse und Zylinderkopf - korrodieren. Dadurch werden die feinen Kühlerkanäle verstopft und die Kühlleistung ist nicht mehr gewährleistet. Bei Autobahnfahrten oder im Verkehrsstau kann es dann schnell zur Überhitzung kommen.

Aber auch Kunststoffteile, Schläuche und Dichtungen können bei Verwendung eines nicht zugelassenen Kühlmittels oder eines Kühlmittelverschnitts angegriffen werden. Zerstörte Dichtungen und geplatzte Schläuche sind die Folge. Auch die Zylinderkopfdichtung kann Schaden nehmen, was dazu führt, dass Öl ins Kühlwasser eindringt. Ein teurer Werkstattaufenthalt ist danach die Folge.

Glysantin® hat die meisten Zulassungen in der Automobilindustrie. Dazu gehören unter anderem Audi, BMW, DaimlerChrysler, VW, General Motors, Opel, Peugeot, Citroën oder Porsche. Diese Marken verwenden Glysantin® auch bei der Erstbefüllung der neuen Fahrzeuge.

Im Herbst steht bei vielen Autos die nächste Inspektion an. Zu den typischen Wartungsarbeiten in der Werkstatt gehört das Nachfüllen bzw. der Wechsel der Betriebsflüssigkeiten. „Dabei wird die Bedeutung des Kühlmittels gerne unterschätzt“, sagt Ralf Strauss, technischer Manager im Marketing Veredlungschemikalien für Kfz- und Ölindustrie der BASF.

Während viele Werkstätten beim Ölwechsel darauf achten, eine möglichst hochwertige und vom Hersteller zugelassene Sorte zu verwenden, wird der Wahl des geeigneten Kühlmittels häufig keine Beachtung geschenkt. „Ein Kühlmittel wie Glysantin® ist genauso ein Hightech-Produkt wie ein synthetisches Motoröl“, erklärt Strauss. Für die Automobilhersteller ist das Kühlmittel so wichtig, dass sie nur zugelassene Produkte für die Erstbefüllung ihrer Neuwagen verwenden. Dabei stellt jeder Hersteller individuelle Anforderungen an das Kühlmittel, jeweils abhängig vom Motor und den im Kühlsystem verwendeten Metallen und Kunststoffen. (Allerdings vertragen sich auch die Glysantin-Produkte gegenseitig nicht).

Anmerkung der Redaktion: In den vergangenen Wochen sind bei uns diverse Meldungen über verstopfte Kühler und teilweise kapitale Motorschäden eingegangen. Beim Ablassen des Kühlmittels trat vielfach kein klares Gemisch aus Wasser und Frostschutz zu Tage, sondern eine schlammige schwarze, dickflüssige Masse, durchsetzt mit allerlei Kunststoffresten.

Unsere sofort eingeleitete Recherche führte zielsicher zu (teilweise neuen) Frostschutzsorten, welche sich sowohl gegenseitig, wie auch beim Vermischen mit älteren Sorten nicht vertragen. Schon geringe Vermischungen (beim Auffüllen usw.) mit andern Marken/Sorten führt deutlich zu einer chemischen Reaktion im Kühlsystem. Das ist besonders perfid, weil Tankstellen und Supermärkte ihre eigenen Frostschutzmittel im Verkaufsregal führen – und der Autobesitzer keine Ahnung davon hat, welche Sorte oder Marke von Frostschutz sich in seinem Kühler befindet. Auch die Farbe der jeweiligen Frostschutzsorten ist nicht verbindlich, die Importeure können bestehende Farben des Original-Kühlmittels verändern.
Einziger Ausweg aus dem Dilemma: Vor dem Auffüllen das gesamte Kühlsystem entleeren, durchspülen, mit frischer Mischung Frostschutz-Wasser neu befüllen - und das Etikett der eingefüllten Frostschutzsorte sorgsam aufbewahren.
Nähere Infos im Internet unter www.basf.de.
//rb

 


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